Mit ‘Lehrer’ getaggte Artikel

Lehrer-Fortbildungen: Kurzer Erfahrungsbericht

Dienstag, 03. Februar 2009

Wie vor längerer Zeit etwas nebulös angekündigt, führe ich gelegentlich auch Lehrer-Fortbildungen zu IT-Themen durch. Mittlerweile habe ich schon drei mal “in der Bütt” ;-) gestanden – soll heißen: Drei verschiedene Fortbildungen durchgeführt.

Die erste (eintägige) Fortbildung war zum Thema “Medienneutrales Publizieren mit XML für Print und Web” oder kurz: XML & InDesign. Dummerweise bin ich in diesem Themengebiet nicht ganz so sattelfest, wie in anderen Dingen, und hatte auch nur wenig Vorbereitungszeit. Ich glaubte, es sei eine gute Idee, mit den Seminar-Unterlagen des bisherigen Referenten die Fortbildung durchzuführen, weil ich mir damit die Arbeit für das Neu-Erstellen der Unterlagen sparen kann. Im Nachhinein muss ich sagen: Keine gute Idee! Dadurch, dass ich die Unterlagen nicht selber erstellt hatte, kannte ich mich in ihnen auch nicht so gut aus und konnte daher auch nicht so flexibel auf Fragen reagieren.

Die beiden weiteren Fortbildungen waren “Grundlagen MySQL” und “Grundlagen PHP”. Beide Veranstaltungen gingen über zwei Tage und die Themen – naja, wie soll ich sagen – sie liegen mir halt mehr, da ich ja schließlich mit der Materie täglich zu tun habe. Beide Fortbildungen habe ich komplett neu konzipiert und auch alle Beispiele, Aufgaben etc. selber erstellt. Damit konnte ich dann auch wesentlich entspannter die Veranstaltungen durchführen und ich denke, dass die Lehrer (also die Teilnehmer) das auch spürten. Auf Fragen und Verständnis-Probleme konnte ich wesentlich flexibler und lockerer reagieren und trotzdem im Zeitplan bleiben, so dass kein Aspekt ausgespart blieb. Die, sich an die Fortbildung anschließende, Bewertung der Veranstaltung durch die Lehrer viel dementsprechend auch besser aus.

Alles in allem muss ich feststellen: Mit eigenen Unterlagen (und eben kein Powerpoint-Karaoke) läuft es einfach besser und macht auch mehr Spaß. Da bleibt auch einfach mehr Raum für Witze und Anekdoten und das kommt der Stimmung auch nur zu Gute.

Rückblick auf meine Lehrer-Tätigkeit

Dienstag, 25. November 2008

Mein letzter Schultag als Lehrer ist zwar mittlerweile schon über eine Woche her, aber ich wollte trotzdem die kurze Zeit (knapp vier Wochen) Revue passieren lassen. Ich muss allerdings vorsichtig sein, da einige der Schüler dieses Blog recht schnell entdeckt hatten ;-)

Insgesamt hat mir der Job als Aushilfslehrer (Lehrbeauftragter oder wie man auch immer die Tätigkeit nennen möchte) recht viel Freude bereitet. Ich muss aber zugeben, dass die Doppelbelastung auch nicht ganz ohne war. So bin ich mittwochs immer direkt nach der Schule an den Schreibtisch geeilt, um mich dann dort wieder dem Code hinzugeben…

Mir ist es, glaube ich, ganz gut gelungen, den Schülerinnen und Schülern den Stoff, der wichtig war für Abschlußprüfung nahezubringen bzw. den Stoff mit ihnen zu wiederholen. Vor allem die Themen, die dem Stammpersonal der Berufsschule nicht so sehr am Herzen liegen bzw. wo die Stamm-Lehrer einfach nicht so Bescheid wissen. Das ist nicht einmal als Kritik gemeint, sondern eher eine Feststellung, dass die Themen, die ich unterrichtet habe, durch das Stamm-Personal nicht so gut abgedeckt sind. Sonst hätte man mich ja auch nicht engagieren müssen.

Durch den knappen Zeitrahmen des Unterrichts-Blocks und auch meiner knappen Vorbereitungszeit (ich wusste eine Woche vor Unterrichtsbeginn noch nicht einmal, ob ich den Posten antrete) fiel der Unterricht allerdings etwas einseitig aus. Sprich: Ich habe Frontal-Unterricht bzw. Frontal-Vortrag im Seminar-Stil gemacht. Dieser Umstand hat es wohl den Schülern nicht immer ganz einfach gemacht immer “bei der Sache” zu sein. Ist halt auch nicht so spannend, einem achtstündigen Monolog zu lauschen ;-)

Ich habe aus den Erfahrungen gelernt: Falls es zu einem erneuten Engagement an der Schule kommt, werde ich den Unterricht etwas auflockern und mehr Übungen anbieten!

Was mich allerdings massiv gestört hat – und jetzt sollten die (ehem.) Schüler genau lesen – das war die Unpünktlichkeit! Morgens um 8:15 Uhr in der Schule zu sein ist auch nicht mein Traum. Ganz im Gegenteil: Diese Uhrzeit ist nicht für mich gemacht! Ich war aber trotzdem an allen Unterrichtstagen pünktlich im Klassenraum und war auf den Unterricht vorbereitet. Es ist also nicht unbedingt unangemessen, wenn auch die Schüler pünktlich wären. (Das gebietet in meinen Augen auch die Höflichkeit.). Gegen das “akademische Viertel” habe ich ja noch nicht einmal etwas. Aber Verspätungen >90 Minuten bringen mich dann schon ins Grübeln…

Trotz der oben geschilderten Kritik: Es hat trotzdem Spaß gemacht und war für mich eine neue Erfahrung. Auch weiß ich jetzt durch die die Gespräche mit den Lehrer-Kollegen, wo der Schuh in Punkto IT-Themen drückt. Ist ganz interessant auch die mal aus Lehrer-Perspektive die Probleme zu erkennen. Für die Lehrer-Fortbildungen, die ich ab Dezember beim Verband Druck & Medien NRW (bzw. korrekt bei der Akademie Druck & Medien)halten werde, ist das bestimmt nicht von Nachteil.

Und nun drücke ich den Schülerinnen und Schülern der MG66 beide Daumen und wünsche ihnen viel Erfolg bei der (theoretischen) Abschlußprüfung am nächsten Dienstag (2.12.2008)!

Morgen geht’s los

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Morgen ist es soweit: Ich werde meinen ersten Tag als Lehrer bzw. Lehrbeauftragter an der Berufsschule haben. Ich bin gespannt, wie es wird und wie die Klasse ist. Ich werde dort Auszubildende zum Mediengestalter (Schwerpunkt: Non print) unterrichten. Es ist nur eine Klasse, aber alles Azubis, die im Dezember die vorgezogene Abschlussprüfung vor sich haben. Ich werde denen die Inhalte speziell aus dem “Non print Bereich” nahebringen.

Es ist das erste Mal, dass ich als Lehrer an einer Berufsschule tätig bin. Für mich also absolutes Neuland. Seminare vor Entscheidern und Führungskräften habe ich schon häufiger gehalten. Ich bin gespannt, wie es sich mit dieser – für mich neuen – Zielgruppe verhält. Ich werde an dieser Stelle berichten.

Quasseln in der Lehrerfortbildung

Dienstag, 14. Oktober 2008

In Jochen Lüders’ Blog las ich eben einen interessanten Beitrag, wie man das Quasseln von Schülern im Unterricht der gymnasialen Oberstufe unterbinden kann. Da fiel mir ein Erlebnis ein, dass ich vor ein paar Wochen machen durfte: Ich hospitierte bei einer Fortbildung für Lehrer, die an Berufskollegs für Mediengestalter unterrichten. Der Grund, warum ich dabei war, ist, dass ich evtl. demnächst selber solche Fortbildungen geben werde. Aber dazu demnächst vielleicht mehr.

Was mich doch sehr erstaunte, war die Tatsache, dass die anwesenden Lehrer hemmungslos herum quatschten, schwätzten und quasselten, was das Zeug hielt. Es war auch absolut unerheblich, dass ein Referent vor ihnen stand, dessen Aufgabe es war, den anwesenden Lehrern Inhalte zu vermitteln. Und von eben diesen Inhalten hatte die meisten der Anwesenden nicht einen blassen Schimmer. Es wäre also nicht unklug gewesen, auch mal zuzuhören. Was mich aber vielmehr erstaunt hat, mit welcher Selbstverständlichkeit gequatscht wurde und der Seminarleiter stellenweise vollkommen ignoriert wurde. Diesen jedoch habe ich bewundert, denn er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und trug seinen Stoff vor.

Umso mehr musste ich dann bei o.g. Blog-Artikel lachen, als ich den dritten Punkt las:

Zur Wahl stellen, ob sie ihr Aufmerksamkeitsproblem als (fast) erwachsene junge Menschen selber in den Griff bekommen möchten oder ob Du ihnen eine Hilfeleistung geben musst, die ihnen vielleicht nicht gefällt. Wenn sie selber wollen, fragen WIE – bloße Absichtsbekundung ist zu billig.

Vor allem, dass von (fast) erwachsene junge Menschen die Rede ist. Berufsschul-Lehrer sind aber schon erwachsen und sie schaffen es anscheinend auch nicht, mal 90 Minuten am Stück ihren Schnabel zu halten. Ich bin mal gespannt, wie es mir ergeht, wenn ich das erste Mal bei einem Seminar vor Lehrern stehe und ob ich den einen oder anderen Tip aus Jochens Blog vielleicht auch bei Lehrern anwenden kann…