Mit ‘Schüler’ getaggte Artikel

Rückblick auf meine Lehrer-Tätigkeit

Dienstag, 25. November 2008

Mein letzter Schultag als Lehrer ist zwar mittlerweile schon über eine Woche her, aber ich wollte trotzdem die kurze Zeit (knapp vier Wochen) Revue passieren lassen. Ich muss allerdings vorsichtig sein, da einige der Schüler dieses Blog recht schnell entdeckt hatten ;-)

Insgesamt hat mir der Job als Aushilfslehrer (Lehrbeauftragter oder wie man auch immer die Tätigkeit nennen möchte) recht viel Freude bereitet. Ich muss aber zugeben, dass die Doppelbelastung auch nicht ganz ohne war. So bin ich mittwochs immer direkt nach der Schule an den Schreibtisch geeilt, um mich dann dort wieder dem Code hinzugeben…

Mir ist es, glaube ich, ganz gut gelungen, den Schülerinnen und Schülern den Stoff, der wichtig war für Abschlußprüfung nahezubringen bzw. den Stoff mit ihnen zu wiederholen. Vor allem die Themen, die dem Stammpersonal der Berufsschule nicht so sehr am Herzen liegen bzw. wo die Stamm-Lehrer einfach nicht so Bescheid wissen. Das ist nicht einmal als Kritik gemeint, sondern eher eine Feststellung, dass die Themen, die ich unterrichtet habe, durch das Stamm-Personal nicht so gut abgedeckt sind. Sonst hätte man mich ja auch nicht engagieren müssen.

Durch den knappen Zeitrahmen des Unterrichts-Blocks und auch meiner knappen Vorbereitungszeit (ich wusste eine Woche vor Unterrichtsbeginn noch nicht einmal, ob ich den Posten antrete) fiel der Unterricht allerdings etwas einseitig aus. Sprich: Ich habe Frontal-Unterricht bzw. Frontal-Vortrag im Seminar-Stil gemacht. Dieser Umstand hat es wohl den Schülern nicht immer ganz einfach gemacht immer “bei der Sache” zu sein. Ist halt auch nicht so spannend, einem achtstündigen Monolog zu lauschen ;-)

Ich habe aus den Erfahrungen gelernt: Falls es zu einem erneuten Engagement an der Schule kommt, werde ich den Unterricht etwas auflockern und mehr Übungen anbieten!

Was mich allerdings massiv gestört hat – und jetzt sollten die (ehem.) Schüler genau lesen – das war die Unpünktlichkeit! Morgens um 8:15 Uhr in der Schule zu sein ist auch nicht mein Traum. Ganz im Gegenteil: Diese Uhrzeit ist nicht für mich gemacht! Ich war aber trotzdem an allen Unterrichtstagen pünktlich im Klassenraum und war auf den Unterricht vorbereitet. Es ist also nicht unbedingt unangemessen, wenn auch die Schüler pünktlich wären. (Das gebietet in meinen Augen auch die Höflichkeit.). Gegen das “akademische Viertel” habe ich ja noch nicht einmal etwas. Aber Verspätungen >90 Minuten bringen mich dann schon ins Grübeln…

Trotz der oben geschilderten Kritik: Es hat trotzdem Spaß gemacht und war für mich eine neue Erfahrung. Auch weiß ich jetzt durch die die Gespräche mit den Lehrer-Kollegen, wo der Schuh in Punkto IT-Themen drückt. Ist ganz interessant auch die mal aus Lehrer-Perspektive die Probleme zu erkennen. Für die Lehrer-Fortbildungen, die ich ab Dezember beim Verband Druck & Medien NRW (bzw. korrekt bei der Akademie Druck & Medien)halten werde, ist das bestimmt nicht von Nachteil.

Und nun drücke ich den Schülerinnen und Schülern der MG66 beide Daumen und wünsche ihnen viel Erfolg bei der (theoretischen) Abschlußprüfung am nächsten Dienstag (2.12.2008)!

Mein erster Schultag :-)

Freitag, 24. Oktober 2008

Nun ist er also vorbei: Mein erster Schultag als Lehrer. War gar nicht so schlimm und hat auch nicht weh getan :-)

Ich war heute morgen pünktlich (sogar paar Minuten früher) in der Schule. Meine einzige Angst bestand darin, dass ich verpennen könnte. Arbeitsbeginn um 8:15 Uhr ist halt nicht so das richtige für Software-Entwickler :-D Ein Lehrer-Kollege hat mir noch kurz die räumlichen Gegebenheiten gezeigt und dann ging es für auch schon los. Besser gesagt: Es hätte los gehen können. Denn die Schüler tröpfelten in den Unterrichtsraum, so dass erst gegen 8:30 Uhr eine “kritische Masse” erreicht war, um loszulegen. Mal schauen, wie es in den nächsten Wochen wird.

Auch wenn die Schüler ein wenig desillusioniert sind, was die Qualität der Lehre in der Beruffschule angeht, glaube ich, dass sie mir gegenüber recht aufgeschlossen sind. Ich denke, dass sie schon gemerkt haben, dass hier ein Praktiker vor ihnen steht und nicht nur Wissen aus dem Lehrbuch repliziert.

Heute habe ich, die ganzen acht Schulstunden lang, erstmal die Grundlagen der Digitalfotografie inkl. der Unterschiede der verschiedenen Sensortechnologien “durchgekaut”. Es war eine recht umfassende Präsentation, die ich im Gepäck hatte und es ist wohl auch keine Frage bzw. kein Aspekt unbeantwortet bzw. unberücksichtigt geblieben.

Am kommenden Mittwoch wird es dann mit einer Wiederholung von HTML und CSS-Grundlagen weitergehen. Im Anschluß werde ich mir mit den Schülern die Details eines HTTP-Request-Response-Zyklus anschaue. Weiter wird es dann um die interessante Frage gehen, was denn das Asynchrone an AJAX ist.